Friedrichshafen: Diebe klauen ZF-Laptops – Wenn sensible Daten „fremd“ gehen | SÜDKURIER Online

Friedrichshafen: Diebe klauen ZF-Laptops – Wenn sensible Daten „fremd“ gehen | SÜDKURIER Online

Share
Friedrichshafen -  Diebe haben im österreichischen St. Margarethen Laptops der ZF Friedrichshafen AG mit teurer Software gestohlen. Ob dies ein Fall von Wirtschaftsspionage und Datenklau ist, dazu nimmt das Unternehmen keine Stellung.

 

 

Nicht nur in der digitalen Welt sind Spionage und Datenklau hochbrisante Themen. Gerade innovative Unternehmen haben viel zu verlieren. Die Privatwirtschaft hierzulande investiert nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Industrie (BDI) jährlich rund 45 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien. Nicht umsonst gelten viele deutsche Firmen, darunter eine ganze Reihe in Süddeutschland und auch in der Region Bodensee, als Branchenführer, wenn es etwa um Motorentechnik, Biotechnologie oder Software-Entwicklung geht.

Ob die ZF Friedrichshafen AG in der vergangenen Woche Zielscheibe eines geplanten Knowhow-Diebstahls geworden ist oder „gewöhnliche“ Langfinger mitnahmen, was sich ihnen bot, darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist, dass in der Nacht von Donnerstag auf Freitag unbekannte Täter in ein Hotel im österreichischen St. Margarethen eingebrochen sind und hier aus einem verschlossenen Tagungsraum „technische Ausrüstung einer Entwicklungsfirma aus Deutschland entwendet“ haben, berichteten am Freitag die „Salzburger Nachrichten“. Bei den Geräten handelt es sich demnach um mehrere Laptops mit außergewöhnlich teurer Software sowie um weitere technische Gegenstände; bei der Firma um ZF. Durch den Diebstahl sei dem Unternehmen ein beträchtlicher Schaden entstanden, schrieb die österreichische Tageszeitung.

ZF selbst bestätigte auf Anfrage den Diebstahl. „Ob die Einbrecher gezielt danach gesucht haben oder dies ein Zufallstreffer war, wissen wir nicht.

 

Die Festplatten der Laptops sind standardmäßig verschlüsselt und für die Diebe nicht lesbar“, teilte ZF-Sprecher Dr. Jochen Mayer gestern mit. Mehr möchte man weder zu diesem Fall noch prinzipiell über dieses „sensible Thema“ Datensicherheit sagen. Wobei ja klar sei, dass der Informationsschutz für ZF mit seinen weltweit 73 600 Mitarbeitern in 26 Ländern, die quasi alle miteinander vernetzt sind, eine immense Bedeutung habe. Für die Behörden hier ist der Fall keiner. Der werde in Österreich bearbeitet, erklärt Fritz Bezikofer, Sprecher der Polizeidirektion Konstanz. Alles, was Wirtschaftskriminalität betrifft, laufe sonst bei der Kriminalpolizei ein, aber eine spezielle Abteilung für solche Fälle gebe es nicht. Sehr wohl aber für Internet-Kriminalität: Hier will sich die Polizeidirektion künftig noch besser aufstellen.

Dass Wirtschaftsspionage alles andere als selten ist, bestätigte BDI-Geschäftsführer Markus Kerber erst Mitte Januar beim Berliner Forum. Sicherheitsexperten würden davon ausgehen, dass jedes dritte Unternehmen in Deutschland bereits Opfer solcher Attacken geworden sei. Der jährliche Schaden durch Wissens- oder Datendiebstahl soll bei rund 50 Milliarden Euro jährlich liegen, vermutet man beim BDI. Die Enthüllungen von Edward Snowden hätten auch die deutsche Wirtschaft zusätzlich sensibilisiert.

 

Wirtschaftspionage? Ein gewöhnlicher Diebstahl? Unter anderem mehrere ZF-Laptops mit teurer Software wurden in Österreich geklaut.  Bild: Felix Kästle (dpa)

 

Quelle: Friedrichshafen: Diebe klauen ZF-Laptops – Wenn sensible Daten „fremd“ gehen | SÜDKURIER Online.

EgoSecure GmbH - Head of Professional Services

EgoSecure GmbH

Share

Über den Autor

Avatar

Daniel Döring administrator

Schreibe eine Antwort

Translate »