Daniel’s Data Protection Monat – Januar 2021

Daniel’s Data Protection Monat – Januar 2021

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Themen im Januar 2020:

  • Emotet: “Der König ist tot, es lebe der König”.
  • Cyber-Angriffe im Januar 2021
  • FBI-Warnung: Zunahme von Ransomware-Attacken auf virtuelle Klassenzimmer

Emotet: “Der König ist tot, lang lebe der König”.

Nachdem Cybercrime-Ermittler in Deutschland und der Ukraine mehrere Server beschlagnahmt haben, sieht es so aus, als sei die Bedrohung durch die aggressive Malware Emotet vorbei. Aber ist die Zerstörung des berüchtigten E-Mail-Spamming-Botnetzes von Emotet nun ein Grund, sich wieder sicher zu fühlen? Nein!

Es ist zwar ein großer Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminelle, aber die ausgenutzten Schwachstellen existieren immer noch und können von den nächsten Hackergruppen ausgenutzt werden.

Wenn Sie einen genaueren Blick auf die Vergangenheit von Emotet werfen, können Sie sehen, dass die Gefahr noch lange nicht vorbei ist…. Die erste Version von Emotet wurde im Sommer 2014 entdeckt. Damals handelte es sich noch um einen Banking-Trojaner, der es perfekt verstand, Spam an seine Opfer zu versenden, E-Mail-Kontakte und E-Mail-Inhalte auszulesen und so erfolgreich an weitere Opfer heranzukommen. Als kleines Goodie war es den Angreifern möglich, nach der Infektion mit Emotet weitere Malware herunterzuladen und auszuführen. In der ersten Phase waren hauptsächlich deutsche Online-Banking-Kunden die Zielgruppe. 4 Jahre später, im Jahr 2018, wurde Emotet noch raffinierter. Nun gehörten nicht mehr nur Online-Banking-Kunden zu den Opfern, sondern die gesamte Wirtschaft. Die Verbreitung war nun mit allen MS-Office-Dateien möglich und der Befall ganzer IT-Infrastrukturen wurde zum Alltag.

Da Emotet modular aufgebaut ist, gibt es nicht nur eine Version von Emotet – es gibt Tausende!

In der ersten Hälfte des Jahres 2020 gab es 27.800 neue bekannte Varianten von Emotet – das sind 151 neue Versionen pro Tag! Erschreckend ist auch, dass Emotet ein neues Geschäftsmodell entwickelt hat: Malware-As-A-Service. Dieses Geschäftsmodell ermöglichte es auch Kriminellen, sich an Emotet zu bedienen – ohne Wissen über die Entwicklung von Malware.

Was lernen wir daraus? Das Emotet-Botnetz ist zerschlagen und die Cyberkriminellen sind (hoffentlich bald) hinter Gittern. Es gibt jedoch wesentlich mehr Kriminelle da draußen, die täglich versuchen, bestehende Schwachstellen – Software, Hardware, Menschen – auszunutzen. Und sie werden auch ohne den Türöffner namens Emotet erfolgreich sein!

Deshalb ist es extrem wichtig, auf neue Bedrohungen sofort und automatisiert reagieren zu können. Die Bedrohung geht nicht nur von externen Angreifern aus, sondern auch von internen Angriffen. Diese internen Bedrohungen müssen nicht immer bösartig sein, sondern können auch aus Unwissenheit und Nachlässigkeit der Mitarbeiter resultieren. Daher ist ein ganzheitlicher Schutz auf den Endpunkten erforderlich, um zu verhindern, dass Daten gestohlen, manipuliert oder zerstört werden. Kommt es dennoch zu einem Vorfall, ist es wichtig, dass Anomalien sofort erkannt und gemeldet werden und betroffene Systeme so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden.

Cyber-Attacken im Januar 2021

Die PALFINGER Gruppe, eine österreichische Firma, die Kräne und andere Maschinen herstellt, sagte am Montag, dass eine “andauernde globale Cyberattacke” die Fähigkeit des Unternehmens, Bestellungen und Lieferungen seiner Ausrüstung zu verarbeiten, gestört habe. E-Mail-Dienste im gesamten Unternehmen seien ausgefallen, was “massive Auswirkungen auf die IT-Infrastruktur” habe, so Palfinger in einer Mitteilung an die Besucher seiner Website.

Hacker fordern ein Lösegeld, um Computer in einem Antwerpener Coronavirus-Testlabor freizugeben. Das Labor, das täglich 3.000 Tests durchführt, was etwa 5 Prozent der belgischen Gesamtzahl entspricht, wurde am Montag von der Cyberattacke getroffen, berichtete die Gazet Van Antwerpen. Das Ziel der Hacker war es, das Labor zu erpressen, anstatt Daten zu stehlen, so die IT-Verantwortlichen des Labors, die in der lokalen Presse zitiert werden. Der Ausfall und Verlust von Daten kann immense Folgen haben, wenn nicht sofort entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Der Netzwerkausrüster und IoT-Geräte-Hersteller Ubiquiti Networks hat heute Benachrichtigungs-E-Mails an seine Kunden verschickt, in denen er sie über einen kürzlichen Sicherheitsverstoß informiert: “Wir haben vor kurzem Kenntnis von einem unbefugten Zugriff auf bestimmte unserer Informationstechnologie-Systeme erhalten, die von einem dritten Cloud-Anbieter gehostet werden”, heißt es in den E-Mails von Ubiquiti Inc. Viele Cloud-Nutzer verlassen sich auf die Schutzmaßnahmen der jeweiligen Cloud-Anbieter. Nicht nur durch Fehlkonfigurationen sind bereits Unmengen von Daten in die falschen Hände geraten! Sich auf die Verschlüsselung des Anbieters zu verlassen, ist grob fahrlässig, da meist nicht der Speicher, sondern nur die Kommunikation geschützt wird.

Diese Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, sich über eine Cyber-Resilience-Strategie im Unternehmen Gedanken zu machen. Jedes Unternehmen muss in der Lage sein, Vorfälle und Anomalien sofort zu erkennen, betroffene Systeme zu bereinigen oder neu zu installieren, damit notwendige Prozesse schnellstmöglich aufrechterhalten werden können.

FBI-Warnung: Zunahme von Ransomware-Attacken auf virtuelle Klassenzimmer

Anfang Dezember gaben das FBI und die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit eine Warnung heraus, die einen fast 30-prozentigen Anstieg von Ransomware-Angriffen auf Schulen zeigte.

“Im August und September betrafen 57 % der Ransomware-Vorfälle, die dem Multi-State Information Sharing and Analysis Center (MS-ISAC) gemeldet wurden, K-12-Schulen, verglichen mit 28 % aller gemeldeten Ransomware-Vorfälle von Januar bis Juli”, heißt es in der Warnung.

Der Leiter der Cyber-Abteilung des Federal Bureau of Investigation (FBI), Dave Ring, sagte gegenüber ABC News: “Es ist jetzt von größerer Bedeutung, wenn es um K-12 Bildung kommt, weil so viel mehr Menschen mit der Technologie mit der Schule wegen der Fernunterricht Situation angeschlossen sind”, sagte er. “Dinge wie Distributed-Denial-of-Service-Angriffe, sogar Ransomware und natürlich Domain-Spoofing, weil die Eltern so viel mehr mit den Schulen online interagieren.”

Um sich besser gegen interne und externe Bedrohungen zu schützen, ist es wichtig, alle Endpunkte im Netzwerk zu kennen und sofort auf Ausfälle und Anomalien zu reagieren. Dies erhöht die Cyber-Resilienz!

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Daniel Döring administrator

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